Jürgen analysiert Kommentare

Gastartikel von Jürgen Friedrich zum Thema Kommentare von sogenannten Tierrechtlern.

26.01.2017  Jürgen Analysiert Kommentare

Interessante Kommentare bezüglich eines Medienartikels ( http://www.tagesspiegel.de/…/dressur-im-zirku…/19298442.html )

Von Anfang an:
Ja, Katja, es gibt auch für wildlebende Elefanten Situationen, wo sie ähnliche Bewegungen machen, um an etwas gelangen zu können, wie ja auch das „Aktionsbündnis – Tiere gehören nicht zum Circus“ zähneknirschend zugeben musste…
– Also geschieht dies nicht „einfach aus Bock“, aber auch nicht unbedingt aufgrund einer „Notwendigkeit“, wie besagtes Aktionsbündnis behauptet…

Im Rahmen einer Studie in 2015 hatte der weibliche Indische Elefant „Mineko“ von sich aus ähnliche Bewegungen im Kamine Zoo in Japan vollzogen… Von einer „Notwendigkeit“ kann aber nicht unbedingt die Rede sein, da Zootiere mit Futter versorgt werden… Allerdings müssen Elefanten von Natur aus viel fressen, da ihre Verwertung vergleichsweise schlecht ist – anders gesagt: Elefanten werden daher bereits von der Natur dazu gezwungen quasi „immer“ fressen zu müssen… (mehr dazu: https://www.facebook.com/juergen.edi…/posts/1049603011774684 )

Screenshot Jürgen Friedrich Facebook

Screenshot Jürgen Friedrich Facebook

Die Andeutungen von „empa“ (zensiert) spiegelt jene Menschen in Deutschland wider, die zwar wenig bis gar keine Ahnung vom Zirkus haben, dafür aber jede Menge Vorurteile: Durch das Wörtchen „auch“ wird indirekt ausgesagt, dass dies im Zirkus ganz sicher der Fall wäre…

  1. Elefanten werden aufgrund diversen Gründen auch angebunden / angekettet – dies ist in Deutschland auch (begrenzt) erlaubt, etwa zur Fütterung, um Futterneid zu unterbinden…
  2. Dass sich Elefanten im Zirkus „nicht bewegen“ dürften, ist tatsächlich „großer Schwachsinn“… Bislang habe ich noch keinen Elefanten als still stehende „Pantomime“ gesehen…
  3. „keine Sozialstrukturen“ ist übertrieben – selbstredend ist es nicht so, wie in der Wildnis, aber auch im Zirkus oder im Zoo haben Elefanten intensive Kontakte, nicht nur zu Artgenossen, sondern auch zu anderen Arten, vor allem mit uns Menschen…
  4. Mit „werden von Menschen ausgepeitscht“ unterstreicht „empa“ noch mal, wie pauschal vorverurteilend die meisten Deutschen gegenüber Zirkus(-Leuten) sind… Wer sich nur mal kurz mit „Dressur“ und die dabei genutzten „Peitschen“ informiert, weiß auch, dass sie gar nicht dafür gedacht sind Tieren „Schmerzen“ zuzufügen, um sie gefügig zu machen („Peitsche“ ist auch nicht gleich „Peitsche“)… Durch ihr „knallendes“ Geräusch sind sie einfach als (akustisches) Kommunikationsmittel ideal und man kann damit weiter entfernte Positionen erreichen ohne die eigene Position zu verlassen, was in Kombination bspw. ein Signal für die jeweiligen Tiere darstellen könnte dorthin zu gehen (siehe u.a.: https://de.wikipedia.org/wiki/Peitsche… )

Der Rüsselstand an sich ist keine natürliche Bewegung, aber es BASIERT auf einer natürlichen Bewegung, welche durch regelmäßiges Trainieren verbessert werden kann – selbstredend geht das nicht von jetzt auf gleich, sondern bräuchte schon mehrere Monate Zeit…
– Allerdings würde es logischerweise wenig Sinn machen, dies einem Individuum beibringen zu wollen, das bspw. bereits älter ist oder bei den entsprechenden natürlichen Bewegungsablauf Probleme hätte… Ein guter, verantwortungsbewusster Tierlehrer erkennt dies und mutet dies seinem Tier nicht mehr zu – stattdessen würde man halt etwas anderes probieren, was dem Tier eher liegen könnte…

Die Logik für die Schlussfolgerung des „Aktionsbündnis – Tiere gehören nicht zum Circus“, dass es dann eigentlich „ein Leichtes“ sein müsse, ALLE Elefantenkühe dazu zu bringen einen Rüsselstand zu machen, erschließt sich mir nicht… Das sollte die Seite noch mal genauer erörtern…
– Vergleichsweise ist es für uns Menschen ja auch „natürlich“ hüpfen zu können – Das heißt logischerweise aber ganz und gar nicht, dass ALLE Menschen faktisch in der Lage wären zu hüpfen…
– Menschen könnten u.a. ja schon älter, verletzt, krank, „gehandicapt“, schwanger, übergewichtig oder schlicht zu ungeschickt dafür sein (was wiederum nicht heißt, dass all jene nicht hüpfen könnten 😉 es sind „mögliche“ Begründungen)…
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Hieran sieht man im Grunde auch, was das tatsächliche Problem bei dieser „Diskussion“ ist:
– inkompetente, nicht unvoreingenommene Personen und Vereine spielen sich als „die“ Experten schlechthin auf und verbreiten fundamentalistisch unzählige unwahre, beleidigende und rufschädigende Vorurteile gegen ihr persönliches „Hassobjekt“ als „die Wahrheit“ (ala: „xyz ist Tierquälerei!“) und verlangen aufgrund dieser (politische) Willkürmaßnahmen…

In Zeiten von „post-faktisch“, „Fake News“ und dem Vormarsch der politisch „Rechten“ ist es kein Wunder, dass auch solche Sachen jener Personen und Vereine leider gerne und ohne zu hinterfragen geteilt werden (auch von eigentlich seriösen Personen, Vereinen und Medien) und dass das Thema hochkocht…
– Seit der 1. von mittlerweile 3 inhaltlich quasi identischen, rechtlich nicht verbindlichen Entschließungen des Bundesrates an die Bundesregierung bezüglich „Tiere im Zirkus“ sind nun bereits 15 Jahre vergangen… 15 Jahre Hetze, Anschuldigungen, Lügen usw. und es konnte NOCH IMMER NICHT nachgewiesen werden, dass es auch nur einer bestimmten Tierart „systemimmanent“ im Zirkus „schlecht“ ginge…

Es ist an der Zeit, dass der Staat endlich die Grenzen der Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 2 GG) einhält, gegen die permanente Volksverhetzung durch vermeintliche „Tierschützer“ vorgeht und Zirkusleute vor Fanatikern und ihrer Propaganda schützt…


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